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Newsletter zum neuen jahr

Sunday, January 4, 2015, 10:54:46

Um meinen schnitt einzuhalten, wieder 2 länder später. Aber zu erst wünsche ich euch, dass 2015 zumindest nicht schlechter wird als 2014. silvester war bei mir leider nicht so toll, was will man auch in einem größerem dorf erwarten? Dafür hab ich weihnachten ordentlich einen drauf gemacht in phnom penh. Ich habe mich mit einem schweizer ziemlich gut verstanden dort, deswegen hab ich meien aufenthalt dort auch etwas verlängerte, so war weihnachten wenigstens gesichert. Phnom penh an sich ist wohl eher das größte dorf der welt, kaum zu glauben, dass es die hauptstadt ist mit mehr als 1 million einwohnern. Ich frag mich immer, wo die nur alle wohnen? Es gibt keine hochhäuser, geschweige denn normale mehrfamilienhäuser. Ich fand es in phnom penh gar nicht ma so schlecht. Unter anderem haben wir uns die killing fields angesehen, da wo während des krieges zwischen 75 und 79 die menschen, männer, frauen, kinder, auf brutalste weise ermordet wurden nachdem sie woanders gefoltert wurden. Echt erschreckend, überall sind massengräber und schilder, auf denen steht, dass man bitte nicht auf die knochen treten möchte, die auf den wegen durch den boden durchgucken. Außerdem wurde dort eine art vitrine, sehr groß, hingestellt, in der hundert evon menschlichen schädeln ausgestelt wurden. Ein KZ kann nicht mehr schockieren. Das krasse ist, dass die khmer rouge heute immer noch an der macht sind, die, die dafür verantwortlich waren. Also die, die die verbrechen begangen haben, wurden verurteilt zu haft. Nur haft. Das ist das gleiche, als wenn die nazis nach dem 2. wk deutschland immer noch regiert hätten.
Übrigends, wenn man den khmer mädels vorgaukelt, dass man in der stadt als englischlehrer arbeitet, was ja einige machen, hat man sehr sehr gute chancen bei ihnen;) nur irgendwann fängt man an sich zu verheddern. Wir haben es trotzdem durchgezogen.

Ok, der letzte newsletter kam ja aus südvietnam, also geh ich erstma ca 2 wochen zurück. Den abschluß in vietnam hat ja die insel ganz im süden gebildet, phu quoc. Nicht allzu groß und echt schön. Durch den dschungel streifen, wasserfälle, einsame strände und ein hostel wie ich es mag. Wahrscheinlich weil es einem engländer gehört. Coole andere backpacker für gemeinsame aktivitäten und abends draußen zusammen sitzen, trinken und sich von den mücken auffressen lassen. Mit einen von den leuten bin ich noch ein bisschen zusammen nach kambodscha gereist. Wieder eine begleitung gehabt.
Der süden kambodschas war ziemlich cool, recht viel hiking/ trekking gemacht. Nur immer durch die einzelnen ziele durchgehetzt. Ein tage anreise, ein tag etwas unternehmen und am 3. tag weiter mit dem bus. Das längste war phom penh mit 4 tagen, sonst immr nur 2.
In irgendeiner kleinstadt empfand ich eines nachmittags, dass es mir gar nicht so gut geht. Mein erster gedanke – malaria. 4 von 6 symptomen. Scheiße. Ab zum arzt, blut abnehmen lassen, mein arm wurde mit einem gummihandschuh abgebunden, zum glück war die nadel eingeschweißt. Und der test war positiv. Na super. Aber da ich ausländer bin, musste er sich eine 2. meinung einholen. Wieder blut abnehmen, und diesma negativ. Hmm. Es steht 1 zu 1. also mit zu dem andern arzt in die praxis, wo mein blut unter einem mikroskop betrachtet wurde, auch negativ wurde zum glück bestätigt. Yayyy. Und für die 3 dollar, die ich zahlen musste für alles, werde ich meine auslands KV nicht in anspruch nehmen. Ach übrigends, ich würde vllt nicht mehr zu 100% sagen, dass ich bettwanzen hatte, hier gibt es ameisen, die die gleichen stichmerkmale aufzeigen. Und ameisen sind hier eine plage.

Eines der nächsten ziele war angkor. Wohl die hauptattraktion des landes. Die größte tempelanlage der welt, dort wurde auch lara croft: tombraider gedreht. Beeindruckend, zum sonnenaufgang war auch nicht die schlechteste tageszeit. Ich mein, es sind alles nur noch ruinen, aber alles aus stein und ja, viel zu teuer, aber muß man ma gesehen haben.

Danach bin ich durch mittelkambodscha wieder richtung osten und dann weiter in den norden um die grenze nach laos zu passieren, von wo aus ich diese email verschicke. Ich musste 3 stunden auf meinen anschlußbus warten, zeit zu schreiben.

Vor wenigen tage hatte ich nochma glück. Es war in ratanakiri (apocalypse now), um geld zu sparen, leih ich mir wenn es geht ein fahrrad aus anstelle motobike, und nachdem ich den kratersee und einen der wasserfälle besucht hatte, dachte ich mir, es ist noch früher Nachmittag, fährst du halt noch zu dem weiter entfernten wasserfall, gut 20 km weiter. Ich hab noch 5 stunden bis es dunkel wird, also kein problem um wieder rechtzeitig zurückzukommen. Genau, normalerweise nicht. Nur es war wahrscheinlich die schlechteste straße, die ich je mit dem fahrrad gefahren bin. Schotter, viele große schlaglöcher und tiefe rillen und teilweise zu viel sand auf der straße. Und ständig bergauf oder –ab. Sprich bergauf musste ich meistens schieben, bergab ging auch nur mit angezogener bremse. Aber ich wollte es durchziehen. Und als dann nur noch 4 km übrig waren, wusste ich, dass ich es höchstwahrscheinlich nicht mehr im hellen zurück schaffe. Aber umdrehen, so kurz vorm ziel, och nö. Was hab ich gemacht? Mich darauf verlassen, dass mich schon irgendwer auf dem rückweg mitnimmt. Per anhalter fahren ist hier übrigends nicht üblich. Ich habe es auf jeden fall zum wasserfall geschafft nach dem doppelten der geplanten zeit, und nicht mehr als 150m vorm ziel hat es mich dann doch erwischt. Zu steil bergab, zu viel sand (bremsen hat nicht viel gebracht), zu viele löcher und rillen, und während ich noch auf dem fahrrad saß, wusste ich, ich werde mich definitiv gleich hinpacken. Das gute daran war, ich konnte meinen sturz schon planen und als es so weit war, konnte ich mir überlegen, wie ich am besten stürze und mich abrolle. Das hat mir sicher viele schürfwunden erspart. Und als ich schon wieder eintritt bezahlen musste, muß man hier für alles, hab ich den ticketverkäufer angeschnauzt, dass er das verdammte geld für die straße gefälligst einsetzen soll. Zum glück hat er nichts verstanden. Ich war etwas angepisst. Der ganze aufwand hat dann gereicht für ein paar photos, eine rauchen und dann so schnell wie möglich wieder zurück. Oha, das wird knapp, und im dunkeln siehst du dort absolut gar nichts. Und das 20 km lang auf so einer straße. Die nacht wäre ich beschäftigt gewesen. Aber da ich ja alles daran gesetzt hatte, dass mich wer mitnimmt, ist es natürlich auch so gekommen. Als ich ma wieder verzweifelt das fahrrad einen zu steilen anstieg hinaufschob, komplett durchgeschwitzt und die kleidund und haut völlig verdreckt vom sand und schotter, hat wirklich jemand angehalten, ich konnte auf die ladefläche des pick ups mit dem fahrrad und wurde bis in die stadt mitgenommen. Manchma ist das glück doch gar kein so großes arschloch.

So, dieses erlebnis ist noch frisch, alles andere fällt mir gerade nicht ein, hab so viel erlebt in den letzten 4 wochen.

Abschließend ist kambodscha nicht groß verschieden zu vietnam. Die landschaft ist eigentlich die selbe, die menschen auch, nur dass ich finde, dass die khmer etwas zurückhaltender sind, aber genauso einladend, was ich feststellen konnte, als ich hier und da ma eingeladen wurde zum saufen oder essen;)
Nur hier sieht man recht vermehrt die armut, wesentlich öfter als in vietnam, und vietnam ist auch ein ganzes stück weiter entwickelt.
Interessant ist auch, dass man in kambodscha offiziell mit us dollar bezahlen kann, man kann am geldautomaten sogar wählen zwischen dollar und riel. Ich bin damit umgegangen, dass riel das kleingeld ist, quasi die cents.
Was auch unangenehm ist, ist die schrift. In vietnam haben sie ja lateinische buchstaben mit ganz vielen kringeln, man kann es lesen, toll, aber kambodscha, tze, die schrift besteht nur aus komischen „n“ und „u“, selbst die zahlen sind manchma anders.
Die preise sind etwa gleich, aja, und wer noch die illusion hat, dass asien extrem billig ist, der wird enttäuscht. 10 dollar pro tag ist ein sehr billiger tag.
Und ich hab hier endlich ma eine schlange gesehen, ungefähr 2m lang und grün, sie ist neben mir zum glück geflüchtet anstatt anzugreifen. War bestimmt giftig.
Und witzig war noch, dass am letzten tag, während ich auf den bus gewartet hatte, ein khmer zu mir kam und meinte, dass er mich mag und ob er mich küssen darf. Ähm, ja, neeeee, laß ma gut sein junge. Er kam aus dem nichts und ist dahin sofort wieder verschwunden nach meinem „nein“. Welch ein kambodschanischer abschluß.

Denn wünsch ich mir viel spaß in laos. Schon wieder zu viel geschrieben, mehr als ich insgesamt an ´text zurückbekomme. Ich schreibe auch nur noch, weil ich es als eine art reisetagebuch ansehe und damit nicht alle erlebnisse irgendwann veloren gehen. Steini, ich hoffe du fügst die ganzen newsletter noch immer auf der internetseite ein.

Übrigends: bergfest

Scheiße!!! Auf dem weg hierher nach laos (bin auf einer insel im mekong) ist meine kamera abhanden gekommen, also wahrscheinlich aus meinem rucksack gestohlen. Fuck fuck fuck. Das ist doch zum kotzen. Ich bin froh, dass ich meine photos noch auf das netbook kopiert habe. Und ich habe noch die alte scheiß kamera dabei. Super, jetzt kann ich mir hier eine neue gute kaufen. Hier wird es jawohl billiger sein, trotzdem mindestens 100 euro einfach weg. Aber meine erinnerungen (die photos) sind zu wichtig um sie nur noch auf der ersatzkamera festzuhalten.