news from cameroon



Hi

Es ist ma wieder bißchen was passiert. Fangen wir gleich mit einer lustigen story an. Ich bin ausgegangen auf eine party, und wurde wieder von den bullen gestoppt. Sie wollten meinen paß sehen, und meinen impfausweis für gelbfieber. Sowas hat man natürlich nicht dabei, und jeder, selbst das auswärtige amt, rät davon ab, wichtige dokumente mit sich zu führen, sondern im hotel zu lassen. Naja, jedenfalls haben die das nicht akzeptiert, mit total sinnlosen argumenten. Natürlich wollten die nur geld haben, aber diesma nicht mit mir. Ich habe einen aufstand gemacht, geschrien, sie der diskriminierung beschuldigt, und am ende war es ok, ich solle doch dann beim nächsten ma alles dabei haben. Das geile kommt jetzt: nachdem alles geklärt war, hab ich mit den bullen ein bier getrunken, total gelöste stimmung, am ende habe ich 2 tel-nummern bekommen und mit einem bin ich jetzt sogar befreundet. Krasse aktion. Und ich kann ihn immer anrufen, wenns irgendwie ärger gibt. Kann nicht schaden.

Ansonsten habe ich viel em geguckt in meiner stammkneipe.

 

Und gestern ist es passiert, das leider irgendwann unvermeidliche. Ich habe „gekündigt“. Es war nicht mehr auszuhalten. Erstens, noch immer keine arbeit, es war also tagsüber teils sehr langweilig. Meine gastgeberin war den ganzen tag in ihrem zimmer. Ganz toll. So geht man mit gästen um? Ich dachte eigentlich, daß wir am tag arbeiten und danach noch zusammensitzen, bißchen reden, ein drink haben, und das ist etwas völlig normales, so läuft es eigentlich ab. Aber hier, nichts davon.

Ich will helfen und eine gute zeit haben, also auch spaß. Und wenn beides nicht vorhanden ist, dann ist es einfach nur zeitverschwendung.

Außerdem noch einige kleinigkeiten, die sich anhäufen, und dann ist es auch zu viel, wie z. b. kein internet, was versprochen war, 3 wochen in bamenda, was nie vereinbart war, das haus in bafoussam könnte kaum schlichter eingerichtet sein, also nichts. Es gibt einen plastiktisch mit plastikstühlen. Das ist die komplette einrichtung. Das essen ist zwar gut, aber immer das gleiche, viel zu wenig, und wenn es ma frühstück gibt, dann nur trocken brot. Und das ist echt jämmerlich.

Aber der punkt, an dem ich damit abgeschlossen habe, war vorgestern. Ich war schon öfter aus, alleine oder mit dem fahrer, auch ma bis 2 oder 3 uhr nachts, und es war nie ein problem. Am Freitag war ich wieder aus, alleine, und kam gegen mitternacht zurück, und sie beschwert sich den nächsten morgen. Was das soll? Ich nehme keine rücksicht auf andere, und ich möchte doch ab sofort nach 9 abends das haus nicht mehr verlassen. Klar, leck mich du…

Und vom fahrer habe ich erfahren, daß die diese woche wieder nach bamenda wollen, und ich wäre dann wieder allein im haus für einige tage. Geht’s noch? Ach und der fahrer hat auch keinen bock mehr, sie bezahlt ihm viel zu wenig. Damit kann er nicht überleben und schon gar nicht seine familie versorgen. Dann habe ich ihm 8 euro oder so gegeben, damit er wenigstens nach hause fahren kann.

Naja, gestern morgen habe ich dann einfach gesagt, ich gehe, ohne diskussion. Und während ich das haus verlassen habe, meinte sie nur, daß sie alles unternehmen wird, damit ich das land verlassen muß. Die alte hat echt einen an der klatsche. Zumal ich mir sicher bin, daß das schwachsinn ist, und einfach nicht stimmt.

So, nun bin ich seit gestern in einem hotel in bafoussam, und welch eine glückliche wahl. Ich habe denen hier meine geschichte erzählt, und gleich von allen seiten hilfe angeboten bekommen. Das coole ist, daß der besitzer des hotels der chef der security in bafoussam ist, und wenn die alte streß macht, stattet er ihr ma einen besuch ab. Hahahaha. Und alle hier sagen, daß sie nichts machen kann, damit ich das land verlassen muß. Echt geil, ich treff und freunde mich mit den richtigen personen an. Schade, daß ich hier wohl nicht bleiben werde, nachdem ich mir hier ein kleines netzwerk und freundeskreis aufgebaut habe. Cool ist auch, das der hotelbetreiber gleich den pastor angerufen hat, der sofort vorbei kam und geschaut hat, wie er mir helfen kann. Eine weitere wichtige person mit beziehungen, die ich immer um hilfe fragen kann, hab ja auch seine tel nummer jetzt;)

Jedenfalls hat der pastor mir die nummer eines ösis gegeben, der vielleicht was für mich hat in puncto freiwilligenarbeit. Er sitzt zwar in douala, aber dahin will ich morgen sowieso, um dann übermorgen weiter nach kribi zu machen, im süden, am meer, mit strand. Ich will einfach ma ein paar tage abschalten und das leben am meer genießen, in einem kleinen hotel direkt am strand.

Und ein anderer gast im hotel hier hat einen bruder in douala, der ein hotel betreibt, damit weiß ich schon, wo ich morgen in douala bleiben werde. Und natürlich bekomme ich einen sonderpreis;) ha.

 

Also kamerun ist immer noch geil, ich habe echt glück immer die richtigen menschen zu treffen (sicherlich hat das auch mit meiner art zu tun;) )

Bis auf die eine person halt.

 

Ich bin gespannt wie die nächsten wochen so aussehen werden. Wenn ich nichts interessantes finde, kann es sein, daß ich schon im august wieder zurück bin. (aber scheiße, die airlines ziehen die preise gerade richtig doll an) Weil jetzt noch monatelang zu reisen, dafür hat kamerun nicht genug zu bieten, und sämtliche landgrenzen sind geschlossen, ich kann also nicht einfach weiterziehen.

Aber keine sorge, ich werd, wenn dann,  nicht allzu lange in hro bleiben, ich hab schon neue ideen.

 

Drückt mir die daumen und genießt den schlimmsten tag der woche (Montag – buahahar;) )

Africa II: cameroon



Moin alle zuammen,

 

sorry daß es diesma echt lange gedauert hat mit dem newsletter, aber internet ist hier nicht ständig verfügbar und hatte auch nicht so viel zeit.

 

Hinflug verlief eigentlich ziemlich gut, bis auf daß wir 1,5 stunden verspätung hatten, weil irgendwer streß gemacht hat, von der polizei in brüssel aus dem flugzeug mitgenommen wurde, und dann mußte natürlich das ganze gepäck nochma kontrolliert werden.

Aber ich bin ja angekommen. Und ja, was soll ich sagen? Es sieht aus wie afrika, es fühlt sich an wie und es riecht wie afrika;) und die leute sind einfach nur super freundlich, einladend, willkommend, und verdammt höflich. Selbst die kinder haben extrem viel respekt.

Nach den ersten 3 tagen in bafoussam, was mein „hauptstützpunkt“ ist, ging es nach bamenda für 3 wochen, um den standort kennenzulernen. Es könnte ein echt toller ort sein, WENN vor ein oder zwei jahren dort nicht krieg gewesen wäre. Streitigkeiten zwischen der frankophonen und anglophonen bevölkerung. Daher ist bamenda echt nicht sicher, da menschen gern ma entführt werden und dann lösegeld fordern. Aber in dem stadtteil, in dem ich war, außerhalb der innenstadt, wars dafür sicher. Quasi da wo die reichen und mächtigen wohnen. Alles abgesichert durch armee, und außerdem sind dort zig internationale organisationen, wie UN. Ich konnte mich also nur in dem viertel frei bewegen. Dazu kam, daß die meiste zeit kein strom vorhanden war, fließend wasser auch nicht immer verfügbar, und internet vielleicht 2ma für 5min die woche. Und meine kamerunische sim-karte funktioniert nicht richtig. Muß ich ma in einen laden und das klären. Nichtsdestotrotz hatte ich eigentlich keine schlechte zeit dort, ich hab quasi alle obrigkeiten kennengelernt, wie bürgermeister, oberhaupt der gemeinschaft, top-anwalt, steuerprüfer, UN-mitarbeiter usw. und fast hätte ich einen termin beim prime minister bekommen. Oh, und ich hatte ein live-interview bei einem der größten radiostationen nordwestkameruns. Das war auch ma wieder was völlig neues für mich.

Aja, einma war ich mit fußball spielen, und es war der mit abstand schlechteste platz auf dem ich je gespielt hab. Was für ein acker. Dazu rutschig und von einer zur anderen seite ging es bergab. Also nur allergrausamster kick and rush war möglich. Nie wieder;) zu viel laufen, und kaum spiel.

 

Mit meiner gastgeberin hatte ich eine heftigere auseinandersetzung. Eskaliert ist es, als ICH ihren sohn mitten in der nacht zum dorfarzt bringen mußte weil er eine echt fiese tiefe schnittverletzung am arm hatte, und es ihr egal war, da ihr sohn ja ständig scheiße baut. Hmm, naja…

Und dann noch wie sie ihre kinder behandelt, kam mir vor wie diener, und sie hat versucht uns total zu kontrollieren, also uns 2 freiwillige. Und gerade bei mir klappt das so gar nicht. Jahrelang allein durch die ganze welt gereist, nur auf mich angewiesen, nur selbstverantwortlich, frei, und dann will mir jemand sagen, was ich zu tun und lassen habe? Hah! Nach einer aussprache und mehr zeit für mich mit der kultur, läuft es wieder ganz gut. Sie hatte einfach nur extreme angst um uns, und das andere, so sind die menschen hier halt ganz einfach. Als bsp, hier sagt man „bring mir dies!“, und wir würden sagen „kannst du mir bitte dies bringen“. Klingt völlig unhöflich, aber so reden die menschen hier einfach. Muß man sich erst daran gewöhnen.

Apropo, kamerunisches englisch ist echt grausam. Grammatikalisch und von der aussprache her. Ich als nichtmuttersprachler spreche ein besseres englisch als die hier.

 

Nun bin ich seit 5 tagen wieder in bafoussam, und genieße mein leben, kann mich frei bewegen ohne angst. Ist sicher hier.

Ach, und sex im auto ist hier verboten. Und wenn die bullen einen erwischen, hat man glück, daß die hier korrupt sind und für ca. 150€, heruntergehandelt natürlich, darf man dann wieder gehen und muß nicht ins gefängnis.

 

So, das wars. Bis irgendwann ma wieder