punks dead in sydney

ca. 4 Minuten

seid gegrüßt

naja, nicht tot, aber in den letzten atemzügen, was sehr traurig ist, wenn man bedenkt, daß sydney nicht gerade ein dorf ist. ich war nämlich vor einer woche auf einem punk festival hier, und hab mich mit paar leuten unterhalten, die meinten, daß hier diesbezüglich nicht mehr viel los ist. vor 15 jahren sah es wohl noch anders aus. alleine daß auch das alternativ viertel newtown das gleiche schicksal erleidet wie die ktv. mehr und mehr privatwohungen, familien(g wulle). das festival war auch nur ok. die location dient sonst wohl eher für alte leute fürs kaffekränzchen und es waren nicht einma 100 besucher. die bands haben mich auch nicht allzu sehr vom hocker gerissen. was solls, besser als in eine scheiß großraumdisco zu gehen wie der rest im hostel. gut, einma bin ich auch mitgegangen, doch nach 10 minuten abkotzen hab ich mich wieder auf den heimweg gemacht.

und das schöne nach dem punkfest war der heimweg. die letzte u-bahn verpaßt und mich dann relativ orientierungslos auf ewig auf die suche nach einer busstation gemacht. und in den stadtteilen außerhalt des zentrums ist nachts ja auch absolut nichts los, also nicht einma ein mensch den man nach irgendeinen weg fragen kann. gut, nachdem ich locker eine stunde durch die gegend gerannt bin (wirklich gerannt, also nachtsport) und die 2-3 leute, die ich gefunden hatte, in irgendwelche richtungen zum bus geleitet haben, bis jemand meinte, daß nachts auch kein bus mehr fährt. sprich nachts über gibt es keine möglichkeit irgendwo hinzukommen außer mit taxi. sowas hab ich dann auch genommen. wie ich erfuhr, wurden öffentliche verkehrsmittel nachts eingestellt aus sicherheit. hier herrscht wohl ein sehr hohes maß an gewalt. hab zum glück noch nichts davon mitbekommen.

wie auch immer, sydney ist raus aus dem rennen wegen dieser ganzen sachen. sydney ist keine option mehr zum auswandern. die gründe klingen vielleicht nur nach banalitäten, aber es muß perfet für mich sein, und das ist es nicht.

seit gestern bin ich auch endlich aus dem hostel raus in ein haus gezogen. fühlt sich zwar auch wie ein hostel an, aber es ist immerhin ein privat haus und wir sind nur 10 leute hier und ich bin nur in einem 4-bett-zimmer und wesentlich billiger, nur $125 die woche und ich hab einen parkplatz auf dem kleinen hinterhof am haus und es ist immer noch stadtnah, ca 10 min laufen. mit den anderen hier bin ich auch sofort super klar gekommen.

letztendlich war es aber dennoch traurig aus dem hostel auszuziehen. wieder ma. wie ich abschied nehmen hasse. nach 4 wochen hat man sich doch mit dem einen oder anderen angefreundet. und dann noch sonntag abend, eine zeit, die allgemein nicht unbedingt für heiterkeit bekannt ist. was solls, das wird mir noch so oft passieren, da muß ich durch. immerhin bin ich ja noch in derselben stadt. noch kein endgültiges lebe wohl

übrigends, rostock ist echt überall. hab je einen aus hamburg und regensburg getroffen, und beide waren schon im geier in rostock. wie krass ist das denn? und im hostel hat jemand im gleichen zimmer wie ich gewohnt, der für ein jahr bei der 2. mannschaft von hansa gespielt hat. also, nüp, welt = dorf.

im hostel war auch ein mädel, das in der 2. französischen liga gespielt hat und hier wohn ich jetzt mit wem im haus der in der 2. portugiesischen liga gespielt hat, professionell. als fußballfan bin ich schon beeindruckt.

apropo fußball, ich war am sonnabend endlich im stadion zu einem spiel, und gleich ein derby, sydney fc gegen western sydney wanderers. da wollt ich unbedingt hin, da war es mir auch egal, daß ich nur noch eine karte auf dem schwarzmarkt erhalten habe. das spiel war zwar solala, aber richtig gute stimmung und total friedlich, einfach nur geil wenn die fans singen “we are sydney…”

den job hab ich gewechselt, gezwungenermaßen, weil wir keine schichten mehr bekommen haben in dieser fließband/ verpackungs fabrik. geht wohl bergab mit denen. zum glück hab ich 2 arbeitsvermittlungsagenturen, und just als das eine nicht mehr lief, hab ich von der anderen einen job bekommen. ich bin jetzt im papier recycling gewerbe tätig. es ist halt nur den inhalt von kartons sortieren nach pappe, altpapier und plaste. körperlich etwas anspruchsvoller, aber tot mach ih mich trotzdem noch lange nicht. der einzige haken ist dabei nur, daß es nicht vollzeit ist. letzte woche jeden tag nur 4 stunden, diese woche 5 und es soll allgemein so sein, daß man nach und nach mehr stunden bekommt. daran kann man sich echt gewöhnen, 4 h nur, und wenn ich nicht geld sparen müßte, würd ich in 4h immer noch genug zum ganz gut leben haben.

das gute ist, da ich hier nun schon einige jobs gemacht habe, ich komme verdammt viel rum und lerne so mehr und mehr von sydney kennen. ganz grob kenn ich mich schon aus.

übrigends, ich war am strand, baden. wie siehts bei euch diesbezüglich aus? ;) haw haw

liebe grüße und bis bald