cows are for meat -THATS IT!

ca. 10 Minuten

tach

damit nicht noch mehr jammern, daß ich nicht schreibe, kommt ma wieder was. hab ja zeit, und vor allem, ma wieder etwas lust. newsletter schreiben ist doch mehr eine lästige “pflichtaufgabe” als freude. ist auch der letzte, zumindest aus australien.

na gut. ich bin seit freitag wieder in fremantle und wohne bei meinem damaligen nachbarn. schön die leute wiederzusehen. aber dies hieß natürlich vorher abschied nehmen von sydney, was wie immer mit einer gewissen sentimentalität verbunden war. letztendlich war es keine schlechte zeit,verbunden mit doch recht vielen schönen momenten und erinnerungen. und es ist und bleibt eine schöne stadt, auch wenn das nachtleben und die menschen, die dort leben, nicht unbedingt optimal ist. immerhin kann ich sagen, daß ich ma eine weile in sydney gelebt habe, klingt cool;) und zumindest werde ich wohl 2 freunde aus sydney ende des jahres in busan wiedertreffen. (wer nciht weiß, wo das ist - nicht mein problem)

jedenfalls fing damit der roadtrip zurück nach fremantle an. endlich wieder das machen, was ich so liebe. so weit, so gut. der erste tag war sowieso nur bis zu dem ausgangspunkt richtung outback fahren, sprich 1500 km richtung süden, weil es keine andere straße dorthin gibt. irgendwann war es dann abends am ersten tag, und das heißt schlafen gehen. die hölle, es war so heiß, besonders das auto und ich haben uns dermaßen aufgehitzt, daß bis ca. 1 uhr nachts mir der schweiß nur so runter lief. es war so heiß, daß mein trinkwasser fast gekocht hat, der camembert war flüssig und ich mußte meine dosenspaghetti nicht mehr kochen. ich hab vor der ersten nacht so ziemlich alle fehler gemacht, die man machen kann. nicht mehr weiter fahren obwohl es noch hell ist, nicht genug fenster während der fahrt offen gehabt, gekocht und eines von zwei restlichen SEHR warmen bieren getrunken. und nachts im bett die fenster zu öffnen, nö, da hab ich mich nicht so sehr wohl gefühlt. ich bin nachts alle 10 min raus um etwas kühlere luft zu spüren und etwas schweiß zu trocknen, bin sogar einige runden mit dem auto auf dem rastplatz gedreht damit kühle luft reinkommt. zwecklos. gut, nächsten tag im nächsten ort ein mosquito netz kaufen und nachts noch mindestens eine stunde weiterfahren. es war zwar immr noch viel zu warm, aber besser. ok, die erste ortschaft, das einzige was auf den gut 1000 km zwischen anfang outback und alice springs wert war es sich anzusehen, aber auch nur, weil die ihre häuser unterirdisch gebaut haben, wegen der hitze halt. fand ich ganz witzig. trotzdem frag ich mich, wie man dort nur leben kann, nichts los und diese permanente hitze. jede wolke, die sich vor die sonne geschoben hat, war mein bester freund. die nächste sehenswürdigkeit war dann uluru (ayers rock) und ehrlich, ich frag mich verdammt noch ma wieso dieser fels weltberühmt ist. erstens muß man einen 500 km langen umweg ins nirgendwo machen, und dann sieht man einen felsen. und kurz davor ist ein anderer felsen, der genauso aussieht, aber kein schwein interessiert. hmm, wer auch immer dort in der nähe ma sein sollte (also niemand von euch) - es lohnt sich absolut nicht.

weiter nach alice springs, quasi die hautstadt des red centre. wäre auch nichts besonderes gewesen, wenn ich dort nicht mein aborigine erlebnis gehabt hätte. sie sind ein wichtiger bestandteil australiens, also gehört es dazu. es fing damit an, daß ich eigentlich gerade weiterfahren wollte, bis mich ein aborigine angesprochen hat, ob ich ihr paar flaschen wein kaufen könnte, weil es für aborigines verboten ist. naja, da ich es diskriminierend und rassistisch finde, auch wenn sie keinen alc vertragen, sind diese menschen trotzdem alt genug, um selbst entscheiden zu können. und ich dachte mir, wenn ich gegen das gesetz verstoße, hab ich wenigstens meine gute tat für den tag vollbracht. gut, fehler, weil es kamen immer mehr an die mich darum gebeten haben. dafür konnte ich den abend mit denen rumhängen und ein kleines gefühl dafür bekommen, wie sie leben. nichts für mich, weil das ist alles was sie machen, den ganzen tag rumhängen und saufen. jedenfalls konnte ich für den ganzen aufwand dann bei einem aborigine im haus übernachten. oh mein gott, der vorgarten war überwuchert, das haus war dreckig und es gab absolut KEINE einrichtung. im ganzen haus war ein kleiner schrank und eine matratze auf dem boden, auf der er geschlafen hat. und voller kakerlaken. und die fühlen sich dabei wohl. egal, eine nacht mit klimaanlage und eine dusche am nächsten morgen waren es mir definitiv wert. aja, er war auch der einzige mann, als ich mit ihnen abgehangen hab, sonst nur frauen, und, oha. wäre er nicht da gewesen, hätte ich vielleicht noch weglaufen müssen, weil die ladies haben sich irgendwann um mich gestritten, wer mich denn mit nach hause nehmen kann. und glaubt mir, die waren zwar alle zwischen 30 und 40 jahre alt, aber sahen aus wie 60, und bei weitem keine schönheiten, eine gewisse ähnlichkeit zu schimpansen. das ist nicht rassistisch gemeint, sondern für mein auge wirklich so. da wollte ich mich dann auch nicht für das für euch normalste der welt (kloh, dusche, kaltes wasser, kühler raum zum schlafen) prostituieren.

nächsten morgen weiter. dort ging es dann auch los mit traumhaft schönen gegenden, besonders die ganzen pools in den bergen waren alle meine. herrliches wasser, tolle aussicht, abkühlen, den schweiß runterkriegen. dazu noch ein wasserfall. verdammt schwer zu einem wasserfall gegen die strömung zu schwimmen.

auf jeden fall hab ich danach langsam die tropen erreicht. toll, jetzt kam zu der unerträglichen hitze auch noch eine gute portion luftfeuchtigkeit hinzu. weil es ist ja noch regenzeit. nett mit anzusehen, wie sich die vegetation langsam verändert, von wüste zu grün. und ein cooles gefühl, durch die tropen zu fahren. das dumme zur regenzeit ist, na? genau, es regnet viel. eigentlich wunderbar, alle haben sich versteckt, wenn ein richtig heftiger platzregen kam, ich bin freudestrahlend rausgerannt. nur demzufolge sind die straßen überschwemmt und fast alle straßen waren gesperrt deswegen, das heißt, ich kam nicht zu den ganzen schönen ecken, konnte nur ein paar wenige besuchen. ich hab die straßen gesehen, ohne boot ist man da aufgeschmissen. zum glück war der haupt highway nie zu sehr überflutet, so daß ich immer weiter kam. ansonsten hätte es geheißen, stundenlang warten, bis das wasser abgelaufen bzw verdunstet ist.

konnte also mir nicht sonderlich viel ansehen, aber das was ich sah, jap, hat sich gelohnt. alleine schon dieser phantastische sonnenuntergang jeden abend.

gefahren: wenn ich mir überlege, daß jedes jahr einige wenige das outback nicht überleben, hatte ich eigentlich glück. ich bin nicht liegen geblieben mit dem auto, ich habe keinen zyklon mitbekommen, die genauso gafährlich sind wie ein tornado oder hurrikan, und die tiere haben mich auch in ruhe gelassen. jeden rastplatz habe ich auch mit vorsicht genossen, um nicht aus versehen einer brown snake zu begegnen, denn dann hat man sehr gute chancen, daß es das war. ok, ich habe eine schlange mit dem auto halbiert, was soll ich machen, als ich sie sah, war es zu spät. das einzige, was mich von raststättenklohs dann abgehalten hat, war, nachdem ich morgens meinen kaffee und zigarette hatte (das resultat kennt jeder), ich auf klo bin, den deckel hochgeklappt hatte, und eine (ich denke) white spider emporkroch, eine der gefährlichsten spinnen in australien. kein sonderlich toller tod zum angeben, beim scheißen von einer spinner in den arsch gebissen zu werden und dann verrecken. och nööö. und interessant, was es hier für lustige insekten gibt, lustig große fliegende insekten. und ich glaube, ich habe eine neue spezies entdeckt. fliegende spinnen, naja, zumindest eine. es war auf einem berg, ich wollte wieder runter, als etwas auf mich langsam zugeflogen kam. bunt, nicht zu klein und hatte verdammt nochma die form einer spinne, und es war keine schnarke. sicher war es keine fliegende spinne, aber verdammt beängstigend.

so, dann werd ich ma zu der überschrift kommen. kühe sind so dermaßen dumm, daß ich mich frage, warum sie evolutionsbedingt noch nicht ausgestorben sind. kühe entscheiden sich wenn man mit dem auto naht, plötzlich die straße überqueren zu müssen, und das gaaanz gemütlich, erst wenige meter bevor ich sie treffen würde, erkennen sie, daß sie vielleicht doch schnell laufen sollten. beim ersten ma habe ich es frühzeitig gesehen, abgebremst, sie langsam passiert, die sehen einen dann auch noch so verdammt arrogant an, als ob sie glauben würden, sie wären verdammt nochma die könige der welt und stärker als ein auto. na gut, nichts passiert. beim zweiten ma war es dann schon extrem knapp. wieder das gleiche spiel, kurz bevor ich komme, müssen sie die straße überqueren, dieses ma war ich aber nicht mehr weit genug entfernt, es war also wie im fußball ein elfmeter für den torwart, für die richtige seite entscheiden, weil die fängt natürlich auch wieder an zu rennen, sprich die erst richtige seite war dann die falsche, puh, glück gehabt, der puls war wer weiß wie weit oben. kurze zeit später habe ich mich wieder beruhigt. sollte aber nur für eine kurze weile anhalten, denn dann geschah, weshalb ich definitiv kein fan von kühen mehr werde. ungefähr eine halbe stunde später das gleiche spiel, nur dieses ma waren es zwei davon, hintereinander, und erwischt. zum glück hab ich wohl noch ganz gut reagiert, so daß ich dieses scheiß drecks vieh nur mit der seite und nicht frontal erwischt habe. und die viecher wiegen eine halbe tonne. schön wenn man dann den arsch auf der motorhaube hat. also kein totalschaden, mein auto fuhr noch fast wunderbar weiter bis nach fremantle, nur die motorhaube, die kühlerverkleidung, der linke spiegel kaputt (die kuh auch kaputt) und die windschutzscheibe sollte man austauschen. scheiße, hab kaum noch kohle und dann dieser extreme wertverlust, geld, welches ich fest eingeplant hatte. ich dachte mir, der nächste mcdonalds ist meine, dort hole ich mir einen burger und werde genüßlich hineinbeißen. hab ich natürlich nicht gemacht, und danach tat mir die kuh leid. ich denke sie hat den zusammenstoß vorerst überlebt, nur hat ein verdammt langsames qualvolles warten auf den tod gehabt, und ich bin fest davon überzeugt, daß kühe auch schmerz empfinden.

jedenfalls hat sich der roadtrip damit so ziemlich erledigt gehabt, so lange wie das auto noch problemlos fuhr, wollte ich einfach nur den schnellsten und direkten weg nach fremantle nehmen, und kein geld für benzin für umwege. erst recht als das tachometer anfing, hin und wieder durchzudrehen und der motor meinte, einen gang runterzuschalten. automatik ist doch scheiße.

auf jeden fall habe ich es hierher geschafft und manchma stimmt es wirklich, wenn eine tür zugeht, geht eine andere auf.

ich habe mein auto verkauft gekriegt, für immerhin noch stolze $750, wäre auch mit 500 zufrieden gewesen. auf jeden fall ist er ein ziemlich cooler typ, sowas wie ein alt-hippie, mittlerweile fast sowas wie angefreundet. als wir uns unterhielten, meinte ich nebenbei, daß ich vielleicht noch ein bißchen arbeiten will hier, und am nächsten tag kam er an und hat mich gefragt, ob ich ihm helfen kann. irgendwie baut er spielzeug und verkauft es dann. sein angebot war, daß ich ihn einfach nur begleite, bis ca 300km südlich von fremantle, die 3 leichten kisten abholen, die ersatzteile für mein auto holen und abends auf seinem grundstück im wald noch für paar stunden chillen. und dafür zahlt er mir um die $500 vom gewinn. also werde ich dafür bezahlt, daß ich quasi mit einem kumpel durch die gegend fahre und mit ihm abhänge. könnte schlimmer sein.

dadurch daß wir dann hier vor der tür am auto ein bißchen gebastelt haben, hab ich noch ein mädel kennengelernt und habe einen echt schönen geburtstag mit paar coolen leuten im hinterhof von dem haus in dem ich grad wohne verbracht.

somit ist die restliche zeit scheinbar gerettet, das geld sollte auch noch ausreichen für die 10 tage bali die ich gebucht habe und alles gut.

apropos, kanada ist auch schon gebucht. eine sache weniger um die ich mich in rostock kümmern muß und ihr könnt sicher sein, daß ihr mich bald wieder los seid.

nun heißt es nur noch füße hochlegen und auf die flüge warten bis die panik wieder losgeht. (verdammt, ich bin zu reich zum sterben;) )

na denn, zum abschluß der wahrscheinlich längste newsletter der vermutlich jemals von mir den weg in euren posteingang finden wird.

bis in ungefähr 1 monat. wann ich genau wiederkomme? vielleicht verrate ich es noch, vielleicht aber auch nicht