2 länder später
Hi
Ich bin in shanghai angekommen heute morgen. Aber davor ist ja noch eine menge passiert. Also fang ich an mit nach moskau. Moskau war schön, aber echt teuer. Und die mentalität dort ist echt nicht die beste, scheinbar nur in moskau. Und das hostel war eine große wohnung in einem einfachen wohnblock, wie alle unsere hostels in rußland.
Es ging ja dann endlich los mit der transsibirischen eisenbahn, der erste abschnitt war von moskau nach jekaterinburg, 3. klasse. Gar nicht so schlimm wie man sich die 3. klasse vorstellt. Jeder hatte sein eigenes bett und auch sonst genügend platz. Die mitreisenden sind auch freundlich und versuchen mit einem ins gespräch zu kommen, was natürlich nur sehr mühsam geklappt hat, mit einigen brocken deutsch, englisch und von mir russisch. Mein russisch ist übrigends noch schlechter als gedacht, obwohl ich bei einigen sachen erstaunt war, dass ich sie noch wusste. Dort habe ich auch einen polen kennengelernt im ersten abschnitt, der in diesem newsletter noch öfter auftauchen wird.
Jekaterinburg. Eine echt schöne stadt, wunderbares hostel und mein eindruck von russen hat sich weiter gebessert. Im gleichen zimmer im hostel war auch eine russische punkband, die am abend ein konzert in einem club gegeben hat und uns mitnahm. Geile sache. Die nacht durchgefeiert und einfach nur spaß gehabt. Etwas nervig war nur, dass man nach jedem ma rausgehen zum rauchen wieder durchgecheckt wurde. Irgendwann hieß es dann nur noch „die deutschen wieder“, kontrolliert wurden wir trotzdem. Als die party morgens vorbei war, bin ich noch mit wem ein kaffee trinken gegangen und hab einige leute kennengelernt, die gerade geburtstag gefeiert haben und mich natürlich eingeladen noch weiter zu feiern, kostenlos für mich, wie sich versteht;) gegen mittags war es dann vorbei und die haben mich echt noch durch die stadt bis zum hostel gebracht. Totmüde mit rausch habe ich olaf aus dem bett getreten und weiter ging es mit sightseeing.
Dann weiter mit der transsib nach novosibirsk, dieses ma 2. klasse. Vielleicht die beste fahrt. Da haben wir 3 finnen kennengelernt und uns schonma zum saufen abends verabredet. Hinzu kam, dass gerade eine frauenvolleyballmannschaft auf dem weg nach hause war, was den spaß nicht gesenkt hat. Irgendwann war unser raum im zug sehr sehr voll. Später hat das kampfvieh alias aufpasserin die spielerinnen mit einer diktatorenstimme ins bett geschickt. Sind wir halt zu den finnen rüber, wo sich mit der zeit auch noch einige russen dazu gesellt haben. Je später, desto mehr alc, desto lauter, was dem zugpersonal gar nicht gefallen hat. Und die haben das gleiche recht wie die miliz. Oha. Sie hat uns mehrmals ermahnt und meinte dass sie bald die polizei ruft wenn nicht ruhe ist. Hmm, ok, ich hab die beiden security leute getroffen, die ziemlich cool drauf waren, und ich wusste, vor denen brauchen wir keine angst zu haben. Alsi fröhlich weitergefeiert, ermahningen ganz gut ignoriert, bis wir dann feststellten, dass sie wirklich die bullen gemeint hat und nicht die security. Am nächsten bahnhof stellten sich dann 3 von den bullen uns vor im zug und haben uns unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass wir beim nächsten bahnhof alle rausfliegen wenn nicht ruhe ist. Ok, so was zieht, vor russischen bullen hat man doch etwas mehr respekt und keiner will an einem einsamen bahnhof irgendwo in sibirien draußen rumstehen ohne plan wie es weitergeht. Demzufolge ab ins bett.
Nowosibirsk. Tja, 2 tage waren definitiv zu viel. Es gibt nicht wirklich viel zu sehen oder zu tun, außer ma durch die stadt zu gehen und zum Ob (fluß). So konnten wir endlich ma einen tag entspannen und richtig ausschlafen. Die stadt sieht aus wie zu tiefsten sowjetzeiten. Alles grau in grau. Interessant das ma zu sehen, aber trotzdem, 1 tag hätte gereicht.
Weiter nach irkutsk. Die vielleicht langweiligste zugstrecke. 2 russen bei uns im raum, einer davon total nervig und null englisch oder deutsch. Das mädel was dazu kam konnte zwar paar fetzen englisch, hat die situation aber auch nicht verbessert.
Gut, angekommen in irkutsk. Es wurde übrigends von stadt zu stadt immer kälter. Nicht umsonst haben uns echt alle gefragt, was wir ausgerechnet zu dieser jahreszeit hier wollen. Jaja. Irkutsk war der nächste fehler, ein tag war zu wenig. Von der stadt eigentlich fast gar nichts gesehen, weil wir an dem einen tag, den wir hatten, zum baikalsee gefahren sind. Gar nicht ma so hässlich dort und es soll wohl richtig schön dort sein. Gut, wir haben nur einen ganz kleinen bruchteil davon gesehen und am frühen Nachmittag wurde es so neblig dass die aussicht keine mehr war. Und dann zurück nach irkutsk mit dem bus. Und es fing auf dem rückweg plötzlich heftig an zu schneien. Krass. Rechts lagen immer mehr autos an der straßenseite und kamen nicht mehr weg weil einfach zu glatt. Ich dachte mir nur, wirklich? Schnee in sibirien im oktober, ist das so überraschend? Sollten die leute damit nicht rechnen wenn man sein leben lang dort wohnt? Na ja, noch nicht unser problem. Aus einer spur wurden dann auch 3 gemacht und die vierte wurde von der entgegengesetzten fahrbahn annektiert. Etwas später sollte es uns nicht besser gehen. Unser bus regungslos an der straßenseite. Verdammt. Und natürlich ging die heizung nicht und es war arschkalt. Nachdem wir 2 stunden im bus gewartet hatten und schon langsam mit dem wahnwitzigen gedanken spielten, die restlichen vllt. 30 km zu fuß zurück zu laufen, weil unser zug ging am nächsten morgen sehr früh, und wir hatten angst, dass wir noch seeehr lange im bus feststecken würden, hatten wir glück, dass ein anderer minibus uns bis irkutsk mitgenommen hat. Puuh. Dann noch in der kälte eine stunde bis zum hostel laufen um völlig durchgefroren dort anzukommen. Netter ausflug.
So, es ging weiter nach ulan bator, in die mongolei. Nachdem die ganzen schmuggelaktionen der mongolen erfolgreich waren, war die stimmung hinter der grenze plötzlich wie gelöst.
Am ersten tag ulan bator sightseeing gemacht. Dort den polen zufällig auf der straße wieergetroffen. und dann eine 5-tägige tour durch die wildnis gebucht, mit auto natürlich. Eigentlich wollten wir uns selber eins mieten, aber wir wären definitiv verloren gegangen. Die landschaft ist eigentlich größtenteils gleich, nur wüste bzw halbwüste ohne große abwechslung, aber trotzdem schön. Gearde wenn man die weite des landes von einem berg zum sonnenuntergang aus sieht. Und jede nacht in einem ger bei den nomaden übernachtet. Für die war es wohl nur geschäft und tourismus, aber dennoch interessant. Irgendwo in der wüste haben wir die 3 finnen auch zufällig wiedergetroffen. Witzig.
Mongolei hat sich gelohnt.
Und weiter nach peking. Oh ja. Der zug war voller backpacker, nichts mit einheimischen, aber darf ja auch ma sein. Coole lustige leute getroffen. Ab mittags ging das besäufnis so langsam los. Bis wir dann irgendwann die grenze erreicht haben. Mein reisepaß sieht mittlerweile von außen so aus, als ob er schon einma im shredder gelandet wäre, was die chinesen nicht ganz so toll fanden. Ich war der einzige den sie mitgenommen haben ins zollbüro und zig ma gefragt warum der paß denn so aussieht und dass er kaputt ist. Irgendeiner von denen hat kurz angebracht dass ich zurück müsse und mir einen neuen besorgen. Pffff, wie denn? Na ja, nach langem hin und her hatte ich wohl das glück ausnahmsweise auf meiner seite und ich durfte rein. Ich sollte mir aber unverzüglich in peking einen neuen ausstellen lassen. Zzzz, na klar. Ich glaube das war wohl eine 50:50 chance. Egal, ab nach peking.
Im hostel angekommen, und wer steht vor der tür? Der pole. Man, kann ma jemand die welt ausbauen? Den haben wir ab dann mitgeschleppt. Wir haben auch nur die große mauer und die verbotene stadt gesehen. Aber krass diese weltattraktionen live zu sehen. Und der weg zur mauer war auch ein kleines abenteuer. Auf eigene faust natürlich. Erst einma mit der ubahn umsteigen, um dahin zu kommen wo man die bushaltestelle suchen darf. Nach einer weile gefunden. Wir wussten zwar welche buslinie wir nehmen mussten, aber eine frau meinte, wir sollen eine andere nehmen weil die schneller ist und dann in einen minibus umsteigen. Hmm, na gut. Ca eine stunde später an einer haltestelle kamen 2 leute hinein und meinten „aussteigen, kommt mit uns, wir bringen euch per taxi“. Total verwirrt hab ich den busfahrer gefragt ob das denn die station auf dem zettel ist, er hat genickt und ahnungslos wie wir sind, sind wir wirklich ausgestiegen. Die taxifahrer wollten uns nur abzocken und da der pole knallhart beim verhandeln war, haben die taxis es auch nach 3ma hinterherfahren nicht geschafft uns zu bescheißen. So, wir haben keinen plan wo wir sind. Lasst uns eine bushaltestelle finden und am besten fragen wir leute. Irgendwann konnte einer ma englisch und hat uns den weg aufgeschrieben, mit noch paar ma umsteigen. An der nächsten station bei der wir aussteigen sollten, wieder ein problem mit der richtigen haltestelle finden für den anschlußbus. So ging das noch 2ma weiter, bis sich plötzlich wie aus dem nichts die scheinbare rettung anbahnte. Ein tourist information. Und rein da. Tja, nur konnte der junge herr kein wort englisch und konnte uns auch nicht den weg zur mauer erklären. Hallo??? Was für eine tourist information ist das denn bitte??? Trotzdem den nächsten bus gefunden, und wir hätten und weitere 2 ma umsteigen müssen zu diesem zeitpunkt. Nur diesma kam wieder ein taxifahrer in den bus und hat uns herausgeholt. Als der meinte, umgerechnet ca 3,5 euro, und der pole schon wieder anfangen wollte zu verhandeln, dachte ich mir, ich ergreif ein machtwort, der preis ist echt mehr als ok für die ausbleibende strecke, ich hab kein bock mehr und will endlich ankommen. Geschafft. Achso, und das nachdem wir die nacht zuvor mit den finnen feiern waren, mit denen wir uns aber diesma verabredet hatten und nur 3 stunden schlaf.
So weit, so gut, bis dieser abscheuliche tag folgte, an dem es hieß abschied zu nehmen von olaf. Jetzt bin ich in shanghai und wieder allein. Eine gewisse leere ist vorhanden, jetzt alles alleine machen. Macht gerade nicht so viel spaß, wird sich auch wieder legen. War halt eine schöne zeit. Ich vermiß ihn.
Aber da war ja noch die zugfahrt von peking hierher. Der vierte eingang am bahnhof in peking, den ich versuchte, war endlich der richtige und auch letzte. Grmpf, nervig, riesiges teil und massen von menschen. Zug auch gefunden und auch richtiges abteil. Und na ja, zu wenig platz und zu unbequem. Die chinesen haben große säcke, eimer und sonst was mit reingebracht. Dann seh ma zu wohin mit deinen beinen. Und der sitz, der unbequemste den ich je in einem öffentlichen beförderungsmittel hatte. Die lehne war leicht gebogen, so dass der rücken weiter hinten ist als der kopf. Wie soll man sich denn da bitte zurücklehnen, geschweige denn schlafen? Doch irgendwann hab ich es dann doch geschafft einzuschlafen. Juchhuuuuu. Bis mich eine kleine chinesin von der seite angetippst hatte bis ich wieder wach war und mich mehrmals fragte „sleep?“. Ahhhhhh. Gut, nach 10 min unterhalten oder besser gesagt die fragezeichen auf der stirn hin und herschupsen ein neuer anlauf. Und die fahrt dauerte auch 20 stunden.
Bis zum nächsten newsletter irgendwann ma