lesestoff
es gibt nochma einen newsletter aus vietnam, die letzte woche bricht auch gleich an. Ich bin jetzt in can tho, im mekong delta bevor es morgen zum letzten ort in vietnam geht, nach phu quoc, eine insel vor der küste kambodschas, das vermutliche highlight. Seit gut 2 wochen muß ich auch endlich nicht mehr frieren, es ist sehr warm bis heiß, die sonnencreme ist endlich zum einsatz gekommen.
Die letzte info war, glaub ich, aus ninh binh. Dort habe ich den ersten versuch gestartet die bettwanzen loszuwerden, leider vergebens, was hieß, im nächsten ort wieder ein etwas teureres hotel nehmen um wieder einen tag zu verlieren mit der schädlingsbekämpfung. Ich schein erfolg gehabt zu haben, die letzte schlacht geht an mich. Zum glück hatte ich dort einen wasserkocher und fön. Ich hab wirklich alles mit kochendem wasser übergossen (gut, laptop natürlich nicht). Selbst sachen wie nageletui oder waschtasche oder laptoptasche. Sicher ist sicher. Ich habe zumindest keine neuen bisse, und die wenigen werden wohl mücken sein. In der hoffnung, dass mir keine malaria übertragen hat, denn dann bin ich doch wieder auf der seite der bettwanzen.
So weit, so gut. Ninh binh (es gibt übrigends noch einen ort der binh minh heißt – verwechslungsgefahr, der busfahrer hätte auch was falsches verstehen können) hat sich doch noch gelohnt, obwohl die stadt an sich nicht viel zu bieten hat. Ich hab einen anderen deutschen kennengelernt, und zu zweit ist es dann doch etwas lustiger, speziell abends. Mein einzig fieser absturz bisher. Der australier war schuld, er hat vodka ausgegeben;) im national park waren wir dann noch. Geile sache, durch den vietnamesischen dschungel laufen. Aja, es gibt hier tiger. Damit hätte ich nicht gerechnet. Königskobras auch. Da hat man gern jemanden dabei, der sich auskennt und weiß, wo ich am schnellsten zum gegengift gelange.
Das jobangebot habe ich ohne mir groß den kopf zu zerbrechen abgelehnt. Es wäre eine art englischlehrer gewesen. Und gute bezahlung, um die US$ 15. aber das verlangen zu reisen ist zu groß und spätestens nach 3 monaten wäre ich in dem ort eingegangen.
Von ninh binh weiter nach hoi an, in einem schlafbus. Hochmodern die teile. Bequeme betten, sauber, kein lärm und sogar internet.
In hoi an angekommen. Na ja, ma wieder sehr touristisch, aber ansonsten ganz nett. Mein hotel war leider nur etwas weit weg von irgendetwas und der strand vor der haustür war eine baustelle. Und zum ersten ma wurde mein nervenkostüm leicht gereizt weil die englischkenntnisse an der rezeption waren doch sehr armselig. Doch etwas wenig für ein gehobeneres hotel in einem touristisch recht beliebten ort. Daran werd ich mich wohl sowieso gewöhnen müssen. Nur frustrierend wenn man nicht kommunizieren kann und man nicht wirklich weiter kommt. Und weiter richtung süden, nach quy nhon. Die stadt, die mir bisher am besten gefallen hat, kaum touristen, englischsprechende rezeption (das ist echt ein wichtiger faktor) der aufbau der stadt ist echt schön, kaum heruntergekommene gebäude, recht modern und trotzdem typisch vietnamesisch, vernünftiger strand und nach einiger zeit konnte ich wieder etwas alleine unternhemen, ohne einen guide oder bus zu benötigen, nur ein fahrrad. Damit bin ich zu 2 sehr schönen zielen aufgebrochen. Das was ich will. Passiert leider nur zu selten.
Und in quy nhon ist mir wohl etwas passiert, was ich vermeiden wollte. Ich habe irgendwie die befürchtung, dass ich hund gegessen habe. Na ja, abends, ich hatte hunger, eine art „restaurant“ gesucht, gefunden, es gab keine karte, demzufolge bin ich komplett hilflos bezüglich meiner essenswahl, die köchin hat auf einen großen topf gezeigt, auf vietnamesisch wahrscheinlich gsagt was es ist (???), ich habe kartoffeln gesehen und war überzeugt. Na ja, in dem eintopf war halt auch fleisch drin, und so etwas habe ich definitiv meinen geschmacksnerven noch nie zukommen lassen. Das war auf keienn fall schwein oder rind. Vielleicht auch ratte (das wird hier auch viel gegessen). Jedenfalls, was auch immer es war, es war sehr lecker und zart.
In quy nhon habe auch meinen ersten kleinen sonnenbrand bekommen. Wurde auch zeit;)
Aja, man lernt ja aus fehlern. Ich schaue mir die betten ab jetzt genau an, und das erste hotel in quy nhon war verseucht. Ich habe mir 5 betten angesehen und auf allen ist etwas gekrabbelt. Und wieder raus, auch völlig egal, dass es mitten in der nacht war und ich vielleicht den schnaps herausholen muß um die zeit bis zum morgen zu überbrücken. Ja, ich habe eine flasche captain morgan geschenkt bekommen von einem anderen reisenden, weil er angst hatte, daß´die flasche den flug nicht heil überstehen könnte.
Es ging weiter. Dieses ma richtung westen, nahe der laotischen grenze, in die highlands. Nach buon ma thuot (oder so ähnlich). Da bin ich auch nur durchgehetzt, angekommen, nächsten tag die tour gebucht und gleich weiter in die nächste stadt. Aber die highlands sind nicht schlecht, leider konnte ich nur den rand des national parks etwas abkratzen, weiter mitten im dschungel wäre es sicher noch besser geworden. Ich hatte alleine 2 guides, mit gps sind wir durch den dschungel. Und ich hatte ja gesagt, dass es hier viele gefährliche tierchen gibt, und was begegnen wir? Wildschweine. Also wir haben sie nicht gesehen, aber gehört, und es war nicht weit weg. Ich glaube, wir hatten alle die hosen etwas voll. Er meinte nur, ich muß dann auf einen baum klettern. Hah, du witzbold, ich kann nicht klettern. Ok, nichts passiert.
Auf nach mui ne. Eines der höhepunkte bisher. Nette kleine stadt, nur leider voller russen. Die haben nicht unbedingt den besten ruf bei den einheimischen weil sie gern für unruhe sorgen. Und alles war auch auf russisch beschriftet. Halloho! Rußland ist seit über einen monat abgehakt. Was hab ich dort gesehen? Rote und weiße sanddünen, ist wie wüste, der sonnenuntergang war beeindruckend. Und ich bin ca 2 stunden durch einen flußlauf gewadet zu einem wasserfall hin, art winzige schlucht mit einer atemberauben landschaft um mich herum. Ich glaube, ich hab mir dabei meinen zeh gebrochen an einem großen stein unterwasser. Es hat auf jeden fall geknackt, als ob man einen kleinen ast durchbricht. Tat auch weh. Egal.
Danach ging es weiter nach ho chi minh city (hcmc) / saigon. Ungefähr das gleiche wie hanoi, einfach nur eine großstadt. Aber dafür eine coole kleine party draußen an einem der zahllosen restaurants bzw. stände. Bier war billig und die leute richtig gut drauf. Da kann man sich auch ma mit einer gut 60 jährigen französin unterhalten die kein englisch konnte.
Da hcmc nicht viel zu bieten hatte, bin ich 2 tage später auch weiter nach da wo ich jetzt bin, can tho. Auch nur, weil ich mit dem boot über den mekong fahren will und die schwimmenden märkte anschauen, morgen früh um 5 geht es los. Gähn. Viel zeit habe ich ja auch nicht mehr.
Als der busfahrer meinte, aussteigen, weiter geht es nicht, dachte ich, dass der typ mir sagen würde, wann wir in can tho sind oder ich dachte can tho wäre endhaltestelle. Von wegen. Ich bin knapp 50 km weiter angelangt. Und da konnte wirklich keiner englisch. Dann versuch denen ma klar zu machen wo du hinwillst, hotel war schon gebucht. Es hat schon gedauert bis ich erkannt habe, dass ich gar nicht in der stadt bin, in die ich wollte. Ich glaube nach etwas weniger als einer stunde waren die dann so weit um zu verstehen was ich wollte und wohin ich will. Rauf auf den motorroller und ab geht’s. ich fühl mich echt sehr unwohl wenn ich bei den dingern hinten drauf sitze und scheiße unbequem. Habe da auch 2 motorroller gesehen, die einen unfall miteinander hatten. Hmm, das zu überleben ist wahrscheinlich gar nicht so wahrscheinlich.
Na jetzt bin ich hier, die stadt ist total öde, zum glück nur 1 tag.
Allgemeine eindrücke zu vietnam:
Touristisch ziemlich erschlossen, die straßen sind teilweise in einem katastrophalen zustand was es nicht angenehmer im bus macht, verkehrsregeln gibt es, offiziell, hält nur keiner ein. Hier gilt das gesetz des stärkeren auf der straße. Fahrbahnmarkierungen sind komplett überflüssig, genau wie oftmals auch ampeln und geisterfahrer sind auch allgegenwärtig.
Das essen ist jeden tag ein genuß, ok, an asiatisches essen allgemein kommt sowieso nichts ran, ich fahr übrigends total auf sojasoße ab. Armmut ist mir zum glück fast noch nicht über den weg gelaufen, also klar, die menschen hier sind nicht reich, aber ich denke dass es der großen mehrheit schon nicht so schlecht geht.
Es ist immer noch sehr billig alles, bis auf die touren. Das billigste bier war ca. 12 cent und heute habe ich mir eine stange zigaretten für 3 euro geholt.
Aber selbst hier vergleich ich zum teil penibel die preise. Bei bier oder einer schachtel zigaretten für ca 80 cent dreh ich mich beleidigt um und geh weiter. Selbst in der einzigen kaufhalle, in der ich bisher war, habe ich verglichen. Das üble ist, es geht meistens nur um geringe cent beträge, aber bei einem kurs von 1:26.500 klingt es viel.
ich glaube, vietnamesischer kaffee ist der beste, den ich je getrunken hab. extrem stark und bitter, abr mit etwas mehr wasser richtig lecker.
Und das wictigste natürlich: fast alle hier sind sehr sehr freundlich und gut gelaunt. Ich wurde noch nie so oft angelächelt, oder dass mir leute ein hallo hinterherrufen und winken. Erstaunlicherweise höre ich sehr oft, fast ausschließlich von männern, dass ich gutaussehend bin. Na toll, wieso nicht von mädels? Na ja, ausschlaggebender faktor dabei ist meine frisur. Die stehen da alle drauf. Und im land der scheiße (D) werd ich blöd angeguckt.
Alles in allem geht es mir gut, ich habe spaß, schöne landschaften, nur an nz, aus, cdn kommt es nicht ran. Weil ich dort mein auto hatte und alleine und unabhängig durch die natur streifen konnte – was ich so liebe.
Hmmmm, ich hab viel zu viel geschrieben. Danke an can tho
Bis…