und weiter
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Weiter geht’s ab bangkok. Dort bin ich ja nur einen tag geblieben um gleich weiter nach koh samui zu fahren, eine insel im südosten. Nachdem ich erfuhr, dass sie sehr touristisch sein soll, ging meine vorfreude zurück, aber ich hab mir ein hotel einfach auf der anderen seite der insel gesucht wo nicht viele sind. Überraschenderweise war ich doch sehr begeistert, echt schön und einige hiking möglichkeiten die ich alleine machen konnte, was in den monaten davor eher eine rarität war. Aber ansonsten nichts spektakuläres. Von da aus ging es nach phuket. Auch sehr touristisch, aber phuket kennt man, deswegen habe ich es mitgenommen. Das beste war eine tour per boot zu einer bucht, unter anderem war ich auf der insel auf der james bond – der mann mit dem goldenen colt gedreht wurde. Dann nehm ich halt filmgeschichte mit. Hat sich aber definitiv gelohnt. Ok, abgehakt, und nichts wie raus aus thailand. Ma ehrlich, ich versteh es absolut nicht, weswegen alle nach thailand reisen, die anderen länder sind genauso schön, nicht so überlaufen, und in thailand versucht dich jeder zu bescheißen. Böse gesagt, das beste an thailand ist der linksverkehr. Wusste ich vorher nicht, war mir sehr sympathisch. Nur dieses privileg ist schon dahin, in malaysia herrscht auch linksverkehr.
Also, an meinem geburtstag hatte ich also eine lange reise per bus von thailand nach malaysia. Nicht das beste was man sich vorstellen kann. In der letzten stadt angekommen um den nächsten bus nach malaysia zu nehmen, und zum glück habe ich wenigstens einen weiteren backpacker aus finnland getroffen. Morgens um 6 die ersten biere geöffnet. Puh, na geht doch. Und auf geht’s, das erste ziel war perhentian island, eine kleine tropische paradiesische insel im nordosten. Dort angekommen, und erstma eine stunde in der hitze mit dem gepäck nach einer billigen unterkunft gesucht. Nervig. Letztendlich habe ich mir ein zelt gemietet am strand. Und hab nur die hälfte gezahlt. Wahrscheinlich weil ich über den ursprünglichen preis genörgelt hab und geburtstag hatte. Geht doch. Der tag verlief recht gemütlich mit einigen leuten. Mit party war leider nicht viel, 4 euro für ein bier war mir dann doch etwas zu australisch;) die 3 tage dort waren dennoch ein schöner start für das land und haben lust auf mehr gemacht. Das schönste hier ist einfach, dass die leute fast alle englisch können. Man kann einheimische fragen und sie können antworten, das ist so angenehm. Danach ging es zu den cameron highlands. Ich hatte mir viel mehr erwartet. Alles was man machen kann, ist sich die teeplantagen angucken (ist aber geil) und stundenlang durch den dschungel laufen. Ist am anfang ganz nett, wird aber nach einer stunde eintönig. Und hier konnte man ein weiteres beispiel beobachten, dass der mensch ein arschloch ist (der aussterben sollte bevor es wirklich zu spät ist) und der kapitalismus alles zerstört. Überall zerstören sie die natur um ein weiteres scheiß luxushotel hinzubauen, und die behörden schauen weg.
Auf nach taman negara, ein nationalpark nahe der highlands. Geht doch, wenig menschen und nur kleine schlichte gebäude, alles direkt am fluß gelegen. Und es ist der älteste tropische regenwald der erde. Am ersten morgen aufgewacht, und verdammt. Bedbugs? Sieht so aus, ma abwarten. Hatte schon für 3 nächte bezahlt, vllt. Hab ich ja glück. Bis jetzt weiß ich es nicht, wurde nur in der ersten nacht paar ma gebissen, und es gab da kaum mücken. Na ja, am ersten tag den ersten track gemacht, 11 km durch den regenwald zu einem dorf, angeblich. Klang erstma gut, bis ich gut die hälfte des hinwegs geschafft hatte. Ab da war ich schon vollkommen ko, ich habe gehechelt. Kenn ich nicht, normalerweise ist die distanz kein großes problem für mich. Aber die hohe luftfeuchtigkeit, enorme hitze und erhöhte schwierigkeitsgrad des tracks, es ging ständig bergab und –auf, haben mir den rest gegeben. Und dann ging mir auch noch das wasser aus. Oh man, so stark habe ich wohl noch nie geschwitzt, ich war komplett durchnässt, und es lief immer weiter in bächen von mir herunter. Gut, durchhalten, ist nicht mehr weit bis zum ziel, dort wird es sicher wasser geben und ein boot das mich zurück bringt. Ziel erreicht, und weit und breit niemand zu sehen, obwohl da werkzeug, schubkarren und ähnliches rumlag. Verdammt, wo sind die menschen? Und ich habe nicht einen einzigen menschen gesehen seit dem ich gestartet war. Mist, was nun? Gut, nicht weit von hier ist wirklich ein dorf, nur 2 km. Bloß die pfeile, die die richtung zeigten, führten mich auf einen weg der sich plötzlich mehrmals geteilt hat. Toll. Bringt nichts, ich habe die zeit und kraft nicht, mich für den falschen weg zu entscheiden. Hmm, was kann ich machen – zurücklaufen. Das schaff ich nicht in meinem zustand bevor es dunkel wird. Aber zu aller erst wasser finden. Eine quelle gefunden, ich hatte die wahl zwischen dursten und durchfall, habe mich für durchfall entschieden (der zum glück ausblieb, wasser also doch ok). Mir wurde vor erschöpfung schon leicht schwindelig. In dem moment merkt man hautnah, was alle wissen: wasser ist mit abstand das wertvollste auf dem planeten.
Weiter, nur wie? Auf das gleiche hoffen wie damals in kambodscha als ich auch darauf angewiesen war, dass mich wer mitnimmt. Also bin ich runter zum fluß um nach booten ausschau zu halten. Aber stehen bleiben und warten geht auch nicht, nachher kommt keins. Weit vom fluß entfernen und die eigentlichen track zurück laufen geht auch nicht, sonst hätte ich kein boot gesehen. Also bin ich teils durch den fluß gewadet, hab mich durch den busch gekämpft, mir die knöchel und beine zerkratzt, bis ich endlich meine rettung hörte. Zum boot gebrüllt, gewunken, wie man es halt so macht, dichter zum fluß gesprintet, so gut es ging, bis die endlich gerafft hatten, dass ich wirklich hilfe brauche und ich die nicht einfach nur grüße. Am ende lief alles gut, hatte eine schöne bootsfahrt zurück zu meinem dorf und wieder ma glück gehabt. Das „abenteuerlichste“ erlebnis seit dem letzten newsletter.
Den nächsten tag das gleiche gemacht, nur kürzer und einfacher. Ich hab erstma die schnauze voll von dschungel, regenwald. Deswegen überleg ich mir auch, ob ich wirklich nach borneo fliege, oder einfach die letzte woche in malaysia mir ein schönes fleckchen suche und einfach nur entspanne, faulenze, ohne den druck etwas machen zu müssen. Und wahrscheinlich ist es dort auch nicht viel anders als hier.
Das einzige was noch dafür spricht, ist dass es halt borneo! ist und ich höchstwahrscheinlich nie wieder in versuchung komme dorthin zu fliegen, und ich könnte dann noch brunei mitnehmen, ein land mehr. In einer woche muß ich mich entschieden haben. Ma gucken wie mir dann so ist.
Jetzt bin ich erstma in kuala lumpur seit heute Nachmittag, und jaaa, stadt, scheiß smog, aber stadt.
Na denn, bis bald in borneo, singapur oder rostock.
Cool, grade ist ein pole im hostel eingetroffen mit dem ich mich verabredet hatte in KL, ihn habe ich in myanmar kennengelernt. Party!;)