die 4 wochen nach antarktika

ca. 5 Minuten

Tach

Nach einer gefühlten ewigkeit, wird es ma wieder zeit etwas zu schreiben. Die letztzen 4 wochen seit dem letzten newsletter waren so ereignisreich, wie vielleicht noch nie zuvor, zumindest seit langem nicht. Obwohl die „spannenden, riskanten stories“ wie etwas in asien fehlen, dafür verlief alles zu glatt. Nach der abschiedsparty in ushuaia mit dem verbliebenen rest aus antarktika ging es weiter richtung chile, puerto natales, torres del paine, der nationalpark, der als die schönste gegend ganz südamerikas gilt mit dem 3. Besten hike der welt. Naja, wer auch immer diese liste erstellt hat, arbeitet wahrscheinlich für tripadvisor oder lonely planet. Quasi blödsinn, außer man ist langweiliger pauschaltourist;)

Also torres del paine, zusammen mit der letzten person aus antarktika. Und unterwegs hat man immer ma wieder leute von dort wiedergetroffen, ein langsamer abschied, nicht wie sonst, daß alle auf einma weg sind. Macht es leichter. Geplant waren 4 tage hiking mit camping im park. Am ersten tag lief noch alles super, waren zum glück rechtzeitig am campingplatz, 21 uhr. Denn niemand will im dunkeln durch den park laufen um dann als pumafutter zu enden. Und am 2. Tag dann das chaos. Eine brücke ist zusammengebrochen auf dem weg vom westlichen teil zum östlichen, genau in der mitte, was heißt, daß man da nicht mehr langkommt. Alle wurden zurückgeschickt. Demzufolge sind auch sämtliche buchungen fürs camping über den haufen geworfen wurden. So mußte man mit dem katamaran zurück, der extrem teuer ist und absolut nicht eingeplant. Er sollte kostenlos fahren, aber nachdem der erste nur leute mitgenommen hat, die bezahlt hatten, entstand ein wunderbarer solidarischer zusammenhalt unter den backpacker, so daß die nächste fähre uns alle ohne kosten mitnehmen mußte. Backpacker, wahrscheinlich die letzte kultur, in der es sowas noch gibt.

Letztendlich wurden dadurch aber aus 4 tagen hiking nur 2. Und danach der nervigste, unnötigste teil dieser reise. Nur um höhlen zu sehen. Die auf bildern zwar wie ein schloß aussehen, aber in wirklichkeit nur ganz nett sind. Nervig ist auch, daß man ständig die grenze überqueren muß, weil es keine straßen gibt, die das land verbinden und die grenze zwischen beiden ländern wirklich beschissen verläuft. Insgesamt habe ich jetzt die grenze zwischen argentinien und chile 6ma überquert. Das kostet alles nur unnötig platz im reisepaß, der langsam voll ist.

Sprich oft umsteigen im bus, irgendwo übernachten, weil kein bus mehr fährt, kilometerweit mit vollem gepäck zwischen beiden grenzen laufen, weil kein bus verkehrt, 3 grenzüberquerungen, nur um höhlen zu sehen für eine stunde. Aber auch da war ich nicht alleine. Eigentlich haben sich die „begleiter“ permanent überschnitten, einer ging, einer kam, so daß ich immer jemand sympathischen an meiner seiter hatte.

Denn pucon. Definitiv einer der schönsten wochen meines backpackerlebens. Hübsches gemütliches hostel, hippiemäßig, so ziemlich alle leute links orientiert, mit den meisten leuten war es sowas wie beste freundschaft auf den ersten blick. In dieser woche blieb auch kein abend trocken;) zusammen u. a. ein auto gemietet für einen 3tages ausflug in eine art märchenwald. Eine woche lang nur spaß, nur gelacht.

Der eigentliche grund, nach pucon zu reisen, war ein vulkan. Ein vulkan, in den man hineingucken kann und lava sieht. Ein novum, das erste ma, daß ich lava gesehen habe. Hat was;) und ich bin sowas von froh, daß ich überredet wurde, eine tour zu buchen, denn ohne ausrüstung hat man keine chance hinaufzukommen. Man läuft am ende alleine schon 1 stunde einen gletscher steil hinauf, sehr sehr glatt. Wenn man da wegrutscht und runterfällt, tja, das wars dann. Dieses jahr sind wohl schon 9 leute dort deswegen gestorben. Und ich wollte die 10 nicht voll machen;) es ist auch jemand abgestürzt als ich da war. Nichts passiert, nur blutüberströmt war er.

Naja, dann war die woche irgendwann vorbei, und das erste ma seit bariloche, also 2 monaten, daß ich ma wieder ganz alleine war. Egal, hab es ja nicht verlernt allein zu reisen. Dank eines sehr wertvollen tips, ging es nach talca, um einen hike zu machen, der wohl der schönste in ganz südamerika bisher war. Ein absoluter geheimtip. Dort gibt es keine touristen, keine backpacker, keine hostels. Totally off the beaten track. Knapp 30km durch eine traumhafte bergwelt laufen, in nur gut 6 stunden. Man bin ich gut;)

Und jetzt bin ich in santiago. Ernüchterung nach den letzten 2 monaten. Kann mir ma jemand sagen, wieso ich hier 6 nächte gebucht hab? Ein tag reicht um die stadt zu sehen, das hostel ist auch eher mies als gut, keine athmosphäre hier, personal ist recht wenig hilfreich und unfreundlich, und es baut sich nichts auf mit den anderen backpackern. Ich komm zwar mit den meisten klar, aber irgendetwas fehlt, der geist des zusammenseins fehlt. Nutz ich die zeit halt um ma runterzukommen, abzuschalten, zu erholen. Und ich muß endlich nicht mehr frieren, täglich bis zu 30 grad. So stell ich mir weihnachten vor;)

Am Sonntag geht es dann weiter, wieder über 20 stunden busfahrt – kotz! Nach san pedro de atacama in die atacama-wüste, eine der trockensten orte der erde. Dort werd ich dann auch silvester verbringen.

Ich hab beschlossen, keine photos mehr per email zu schicken, weil es einfach nur sehr nervig ist. Hochladen dauert ewig und man kann nur maximal 5 photos auf einma schicken. Facebook ist zwar scheiße, aber wesentlich einfacher um photos zu teilen. Und da fast jeder mittlerweile dort angemeldet ist, oder zumindest jemanden kennt, der es ist, und wenn euer interesse groß genug ist, ihr findet die photos dort.

Bis zum nächsten ma, und für die, die darauf stehen: frohe weihnachten

Und gutes besäufnis zu silvester;)