Africa II: cameroon
Moin alle zuammen,
sorry daß es diesma echt lange gedauert hat mit dem newsletter, aber internet ist hier nicht ständig verfügbar und hatte auch nicht so viel zeit.
Hinflug verlief eigentlich ziemlich gut, bis auf daß wir 1,5 stunden verspätung hatten, weil irgendwer streß gemacht hat, von der polizei in brüssel aus dem flugzeug mitgenommen wurde, und dann mußte natürlich das ganze gepäck nochma kontrolliert werden.
Aber ich bin ja angekommen. Und ja, was soll ich sagen? Es sieht aus wie afrika, es fühlt sich an wie und es riecht wie afrika;) und die leute sind einfach nur super freundlich, einladend, willkommend, und verdammt höflich. Selbst die kinder haben extrem viel respekt.
Nach den ersten 3 tagen in bafoussam, was mein „hauptstützpunkt“ ist, ging es nach bamenda für 3 wochen, um den standort kennenzulernen. Es könnte ein echt toller ort sein, WENN vor ein oder zwei jahren dort nicht krieg gewesen wäre. Streitigkeiten zwischen der frankophonen und anglophonen bevölkerung. Daher ist bamenda echt nicht sicher, da menschen gern ma entführt werden und dann lösegeld fordern. Aber in dem stadtteil, in dem ich war, außerhalb der innenstadt, wars dafür sicher. Quasi da wo die reichen und mächtigen wohnen. Alles abgesichert durch armee, und außerdem sind dort zig internationale organisationen, wie UN. Ich konnte mich also nur in dem viertel frei bewegen. Dazu kam, daß die meiste zeit kein strom vorhanden war, fließend wasser auch nicht immer verfügbar, und internet vielleicht 2ma für 5min die woche. Und meine kamerunische sim-karte funktioniert nicht richtig. Muß ich ma in einen laden und das klären. Nichtsdestotrotz hatte ich eigentlich keine schlechte zeit dort, ich hab quasi alle obrigkeiten kennengelernt, wie bürgermeister, oberhaupt der gemeinschaft, top-anwalt, steuerprüfer, UN-mitarbeiter usw. und fast hätte ich einen termin beim prime minister bekommen. Oh, und ich hatte ein live-interview bei einem der größten radiostationen nordwestkameruns. Das war auch ma wieder was völlig neues für mich.
Aja, einma war ich mit fußball spielen, und es war der mit abstand schlechteste platz auf dem ich je gespielt hab. Was für ein acker. Dazu rutschig und von einer zur anderen seite ging es bergab. Also nur allergrausamster kick and rush war möglich. Nie wieder;) zu viel laufen, und kaum spiel.
Mit meiner gastgeberin hatte ich eine heftigere auseinandersetzung. Eskaliert ist es, als ICH ihren sohn mitten in der nacht zum dorfarzt bringen mußte weil er eine echt fiese tiefe schnittverletzung am arm hatte, und es ihr egal war, da ihr sohn ja ständig scheiße baut. Hmm, naja…
Und dann noch wie sie ihre kinder behandelt, kam mir vor wie diener, und sie hat versucht uns total zu kontrollieren, also uns 2 freiwillige. Und gerade bei mir klappt das so gar nicht. Jahrelang allein durch die ganze welt gereist, nur auf mich angewiesen, nur selbstverantwortlich, frei, und dann will mir jemand sagen, was ich zu tun und lassen habe? Hah! Nach einer aussprache und mehr zeit für mich mit der kultur, läuft es wieder ganz gut. Sie hatte einfach nur extreme angst um uns, und das andere, so sind die menschen hier halt ganz einfach. Als bsp, hier sagt man „bring mir dies!“, und wir würden sagen „kannst du mir bitte dies bringen“. Klingt völlig unhöflich, aber so reden die menschen hier einfach. Muß man sich erst daran gewöhnen.
Apropo, kamerunisches englisch ist echt grausam. Grammatikalisch und von der aussprache her. Ich als nichtmuttersprachler spreche ein besseres englisch als die hier.
Nun bin ich seit 5 tagen wieder in bafoussam, und genieße mein leben, kann mich frei bewegen ohne angst. Ist sicher hier.
Ach, und sex im auto ist hier verboten. Und wenn die bullen einen erwischen, hat man glück, daß die hier korrupt sind und für ca. 150€, heruntergehandelt natürlich, darf man dann wieder gehen und muß nicht ins gefängnis.
So, das wars. Bis irgendwann ma wieder